Die Geschichte der Waldgenossenschaft Geisleden
Autoren: Rudolf Kunze & Edmund Ständer | 01.01.2022
Die Waldgenossenschaft ist eine Interessengemeinschaft der Gerechtigkeitsbesitzer des Ortes Geisleden. Diese alten Rechte bestanden schon vor der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Den heute 140 Anteilsinhabern gehören 90 Gerechtigkeiten. Sie bewirtschaften insgesamt ca. 300 ha. Gemeindewald.
Nach dem 2. Weltkrieg und der später folgenden Kollektivierung der Landwirtschaft wurde der Gerechtigkeitswald von einer Zwischengenossenschaftlichen Einrichtung Wald (ZEW) bewirtschaftet. 1975 wurde zwischen der LPG und dem staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb ein Nutzungsvertrag geschlossen. Damit ging die Waldbewirtschaftung an den Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb über.
Nach der politischen Wende und der Wiedervereinigung im Jahr 1990 waren die Grundlagen zur Schaffung neuer Körperschaften gegeben. So wurde auf Initiative von Herrn Konrad Kaufhold die Waldgenossenschaft am 8. Januar 1991 neu gegründet und ein sechsköpfiger Vorstand gewählt. Dieser traf zunächst Festlegungen über die Erstellung einer Satzung, einer aktuellen Mitgliederliste, sowie den Nutz- und Brennholzeinschlag. In den folgenden Jahren wurden viele mit LKW befahrbare Wald- und Rückewege angelegt. Neuanpflanzungen und der Gatterbau gehören ebenso zu den Aufgaben der Gerechtigkeitsbesitzer.
Die Tätigkeit der Waldgenossenschaft wird in einer jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung bilanziert. Erwirtschaftete Überschüsse erlaubten auch Auszahlungen an die Mitglieder, sowie Spenden an kirchliche und kommunale Einrichtungen. Auch die ortsansässigen Vereine wurden bei ihren Jubiläen mit Spenden bedacht.
Ein Höhepunkt im Forstjahr ist die Waldbegehung für Mitglieder und interessierte Bürger. Anschließend findet ein Grillnachmittag statt.
Ein besonderes Ereignis in der Vereinsgeschichte waren im Jahr 2016 die Feierlichkeiten anlässlich des 25 - jährigen Jubiläums der Genossenschaft. Das Fest wurde gemeinsam mit der Jagdgenossenschaft gefeiert, die ebenfalls ihr 25-jähriges Bestehen beging. Der Tag begann mit der Hubertusmesse. Es schlossen sich ein Frühschoppen, Ochs am Spieß, Kaffee und Kuchen, sowie am Nachmittag Musik von der Blaskapelle Geisleden an. Die Jahre 2018 - 2020 waren sehr warm und hatten niederschlagsarme Sommer und Winter. Dadurch konnten sich Schädlinge, wie der Borkenkäfer und der Buchdrucker, besonders stark ausbreiten. Auf Grund von Wassermangel und Schädlingsbefall waren vor allem Fichten zum größten Teil vertrocknet. Aber auch Buchen, Eichen und Eschen litten unter diesen klimatischen Bedingungen. Größere Kahlflächen wurden aufgeforstet.
Aus der Geschichte lernen wir. Die Zukunft gestalten wir.
Dies ist ein kurzer Auszug aus der Chronik zum 1.000 Jährigen Dorfjubiläum im Jahr 2022. Die Geschichte und die Zahlen, Daten und Fakten hierzu haben die ehemaligen Vorstandsmitglieder Rudolf Kunze und Edmund Ständer zusammengetragen.